ver.di und GdP starten in die gemeinsame Tarif- und Besoldungsrunde 2012 für Arbeitnehmer und Beamte

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

in diesem Jahr werden wieder Tarifverhandlungen für den Bereich der Behörden des Bundes und der Kommunen stattfinden. Aufgrund der wirtschaftlichen Lage und besonders drohender Zahlungen zur Eurorettung müssen wir uns auf harte Verhandlungen einstellen. Wir müssen davon ausgehen, dass der Bund als Arbeitgeber möglichst viel von dem, was für die Eurorettung benötigt wird, auch bei den eigenen Beschäftigten einsparen möchte. Daher müssen wir uns auf sehr harte Verhandlungen einstellen.

Der große Tarifkommision der Gewerkschaft der Polizei hat beschlossen, unter anderem eine Einkommensverbesserung von

6,5 % und einen Sockelbetrag von 200,- Euro einzufordern.

Die Große Tarifkommission von ver.di und die Großen Tarifkommissionen von GdP und GEW werden am 9. Februar 2012 den Gesamtforderungskatalog der im DGB vereinten Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes für die Tarifrunde beschließen und in die Tarifrunde starten; zugleich werden die DGB-Gewerkschaften den für die Beamtenbesoldung zuständigen Bundesinnenminister mit den Beamtenforderungen konfrontieren.

 Die Forderungen für die Beamtenbesoldungsrunde 2012:

1. eine lineare Erhöhung der Einkommen der aktiven Beamten und der Pensionäre um 6,5 Prozent

2. ein zusätzlicher Festbetrag in der gleichen Höhe, wie ihn die Große Tarifkommission für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer fordert

3. die zeit- und inhaltsgleiche Übernahme des auszuhandelnden Tarifergebnisses der Arbeitnehmer des Bundes auf die Besoldung und Versorgung der Bundesbeamten und Ruhestandsbeamten des Bundes

4. die Verkürzung der Wochenarbeitszeit der Bundesbeamtinnen und Bundesbeamten auf das Arbeitszeitniveau der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer

5. eine Laufzeit von lediglich 12 Monaten und keine Aufsplitterung der linearen Steigerungssätze auf mehrere Stufen

 

Es wird sehr schwierig werden, unsere Forderungen durchzusetzen und wir müssen uns auf Warnstreiks und Streiks einstellen.

Der Zeitplan:

Die Auftaktverhandlung für die Tarifverhandlungen am 1. März ist gleichzeitig die 1. Verhandlungsrunde.

Die 2. Verhandlungsrunde ist für den 12./13. März, die 3. Verhandlungsrunde am 28./29. März geplant.

Sollten die Arbeitgeber (was anzunehmen ist) in der 1. Verhandlungsrunde blocken, wird der erste Warnstreikaufruf erfolgen. Nach der 2. Verhandlungsrunde (ohne Annäherung) wird entsprechend der 2. Warnstreikaufruf ergehen.

Erfahrungsgemäß werden solche Arbeitskampfmaßnahmen hauptsächlich an Flughäfen oder auch z.B. im Bereich von Werkstätten oder auch z.B. ggf. bei der Wartung im Flugdienst stattfinden, da sie hier die größtmögliche Wirkung erzielen.

„Nur wer mitmacht, wird gehört …

Ob es der Gewerkschaft gelingt, eine Tariferhöhung oder bessere Arbeitsbedingungen mit dem Arbeitgeberverband aushandeln, hat nicht allein mit Verhandlungsgeschick zu tun, sondern damit, ob genügend Druck gemacht wird. Das können Protestaktionen und Kundgebungen sein, doch am wirkungsvollsten ist die Arbeitsniederlegung. Der Streik ist das wichtigste Mittel im Arbeitskampf, um den Druck auf die Arbeitgeber so zu erhöhen, dass sie am Verhandlungstisch einlenken. Der Druck ist umso mächtiger, je mehr Beschäftigte die Arbeit niederlegen. Ohne Streik verkäme eine Tarifverhandlung zur kollektiven Bettelei, hat das Bundesarbeitsgericht festgestellt. Wie stark eine Gewerkschaft ist, hängt von der Zahl ihrer Mitglieder ab. Die Grundformel ist einfach: Je mehr Mitglieder sich engagieren, desto größer ist die Durchsetzungskraft und desto besser ist der Tarifvertrag.“ (verdi, http://www.verdi.de/themen/geld-tarif/, )

Von Euch würden wir gerne wissen, ob grundsätzlich eine Bereitschaft zur Beteiligung vorliegt.

Wir bitten Euch wenn möglich um ein kurzes Feedback.

Jörg Günther                                                       Andrea Hornung

Vorsitzender der GdP-Kreisgruppe Chemnitz       Verantwortlich fürTarifangelegenheiten


Themenbereich: Aktuell, Beamte, Tarif | Drucken